Trauma und Traumabewältigung

Trauma und Spiritualität

Unaufgelöste Traumata, d. h. überwältigende Ereignisse sind als prägende Informationen im Nervensystem, in unseren Körperzellen, im Geist und in unseren Emotionen gespeichert.
Diese Blockaden, vor allem frühkindliche Traumata und frühkindliche Bindungsstörungen sind Schlüsselelemente, die verhindern, dass wir unsere tiefste, innere Wahrheit erkennen können und uns unserer eigenen, göttlichen Quelle wieder zuwenden und uns erneut mit ihr verbinden können.
In der Kombination von spirituellen Methoden zur Traumabewältigung und klassischer Methoden gelingt es, das System auf allen Ebenen von Blockierungen zu befreien, die einer vollständigen Verwirklichung im Wege stehen.

Ziel meiner Arbeit ist es, ein grundsätzliches Gefühl von Einssein, von Verbundenheit und Selbstermächtigung wieder herzustellen. Die Fähigkeit, gegenwärtig zu sein erhöht die Präsenz und das Empfinden-können der eigenen Tiefe.

Trauma und Beziehung

Der Einfluss eines häufig weit zurück liegenden Traumas auf unsere heutigen zwischenmenschlichen Beziehungen ist enorm. Kontakt, Nähe, Liebe und Intimität lösung unsere alten Verteidigungsstrategien auf und bringen oft tiefe Wunden und unverarbeitete Kindheitserlebnisse ans Tageslicht. Das bewusste Umgehen mit den Verletzungen aus unserer Vergangenheit entlastet unsere Beziehungen in der Gegenwart. Wenn wir aufhören die alten Themen auf unsere jetzigen Beziehungen zu projezieren haben wir die Chance eine gesunde, liebevolle Beziehung zu uns selbst und zu anderen zu entwicken. Unsere eigene Präsenz, die Fähigkeit sich zu öffnen, zu vertrauen, zu geben und zunehmen wächst und heilt uns und unser Beziehungen.

Trauma und Sexualität

Die Folgen sexueller Traumatisierung heilen.

Der bewusst erlebte oder vermutete sexuelle Mißbrauch hinterläßt Gefühle einer massiven Grenzverletzung mit oft lang andauernden und komplexen Folgen. Die Fähigkeit zu vertrauen, sich zu öffnen und sich in gesunder Weise zu binden ist zu tiefst erschüttert. Die Folgen sind ein gestörtes Verhältnis zum eigenen Ich Bin, zum eigenen Körper, zu eigenen Sexualität. Sexuelle Erfüllung und gleichwertige Partnerschaften sind dadurch fast unmöglich geworden. Es braucht andere Räume der Geborgenheit, des gehalten werdens und Schutzes. Hier können wir anfangen uns wieder zu fühlen, behutsam zu öffnen und uns in kleinen, bewältigbaren Schritten in Achtsamkeit und Respekt unserer verletzen Seele und unseres verletzen Körpers zuzuwenden. Durch Methoden der Traumaheilung, durch spezielle Atemtechniken, stärkende innere Bilder, Rituale, Meditationen und liebevolle heilende Schwingungen der spirituellen Ebene erlauben wir uns Einzutauchen in ein Feld der Heilung, Vergebung und Liebe.

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Traumabewältigung durch Somatic Experience nach Dr. Peter Levine

„Die ganze Struktur des Traumas, einschließlich Übererregbarkeit, Dissoziation, Einengung und Hilflosigkeit, basiert auf der Evolution der auf Überleben ausgerichteten Verhaltensweisen von Raub- und Beutetieren.
Alle Trauma-Symptome sind das Ergebnis einer äußerst aktivierten, aber unvollständigen biologischen Antwort auf eine Bedrohung, festgefroren in der Zeit. Darf diese eingefrorene Erwiderung nunmehr auftauen, sich zeitlich weiter entwickeln und somit vervollständigen, lässt sich ein Trauma heilen.”
Peter Levine

Somatic Experiene ist ein kraftvolles Instrument zur Prävention und Heilung von Traumata. Die Heilung eines Traumas ist ein natürlicher Prozess, der durch ein inneres Gewahrsein des Körpers initiiert werden kann. Eine jahrelange psychotherapeutische Behandlung, ein wiederholtes Reaktivieren von Erinnerungen oder Tilgung derselben aus dem Unbewussten – all dies ist dabei nicht erforderlich. Durch Nutzung unserer eigenen Ressourcen, durch Erdung und Nachspüren von Körperempfindungen, Gefühlen, Gedanken oder Bildern «verhandeln» wir das Trauma neu.

Der Schlüssel zur Heilung liegt darin, in kleinen Schritten die im Nervensystem gebundene Energie zu lösen und unsere eigene natürliche Fähigkeit zu entfalten, unser Gleichgewicht auch bei weit zurückliegenden extremen Ereignissen wiederzufinden.

Somatic Experience ist eine psycho-physiologische Methode zur Überwindung von post-traumatischen Störungen und zur Befreiung der darin gebundenen Lebensenergien.
Menschliche Reaktionen auf Bedrohung sind primär instinktiv und biologisch und erst sekundär psychisch und kognitiv. Sie beinhalten drei angeborene Überlebensstrategien: Flucht, Kampf und Todstell-Reflex (Immobilität). Diese drei Reaktionen sind allen Säugetieren gemeinsam.

Was geschieht, wenn wir uns bedroht fühlen?
Wir orientieren uns und versuchen die Gefahr einzuschätzen. Erleben wir eine Situation als bedrohlich, mobilisieren wir all unsere Energien für Flucht oder Kampf. Wenn wir damit erfolgreich sind, findet der Organismus auf natürliche Weise wieder sein Gleichgewicht. Ist ein Ereignis jedoch so überwältigend, dass wir nicht kämpfen oder fliehen können, werden diese Reflexe zwar initiiert, kommen aber nicht zur Ausführung. Als letzte Strategie bleibt uns nur der Todstell-Reflex. Hält diese Immobilität zu lange an, kann sich die enorme «eingefrorene» Energie nicht entladen; die hohe Aktivierung im Nervensystem bleibt bestehen. In der Folge, oft erst nach Jahren, bilden sich Symptome, die schwerwiegend und auch chronisch werden können.

Trauma ist die biologisch unvollständige Antwort des Körpers auf eine als lebensbedrohlich erfahrene Situation.

Die Ursache von Trauma können Ereignisse sein, die fast immer für jeden traumatisierend sind: z.B. Krieg, schwerer Missbrauch, Gewalt, Unfälle, schwere Verletzungen und Krankheiten, Operationen, Verlust eines nahen Menschen, Naturkatastrophen.
Aber auch scheinbar alltägliche, oft unerwartete Ereignisse, können unter bestimmten Umständen traumatisierend sein: Stürze und sog. kleinere Verletzungen, Unfälle, invasive medizinische und zahnmedizinische Behandlungen, Vergiftung u.a. Die Verletzlichkeit ist unter anderem abhängig von den eigenen Ressourcen, körperlicher Konstitution, Familiendynamik, Lebensumständen und Alter. So können für ein kleines Kind schon die Geburt, mangelnde Bindung, allein gelassen werden, plötzliche laute Geräusche, große Hitze oder Kälte und längere Ruhigstellung traumatisierend sein.

Trauma selbst ist keine Krankheit, kann aber Symptome verursachen, z.B.: Übererregbarkeit, Ängste, Panik, existenzielle Hilflosigkeit und Verzweiflung, Depression, Verleugnung, tief greifende Gefühle von Entfremdung, Dissoziation, Überaktivität, Bindungsunfähigkeit, Überempfindlichkeit, Schlaflosigkeit, Erschöpfung, chronische Schmerzen, Fibromyalgie, Migräne, Nacken- und Rückenbeschwerden, Probleme des Immunsystems und des Endokrinums u.v.m.

Trauma kann jede Ebene unseres Lebens beeinträchtigen oder stören – körperlich, seelisch, geistig und sozial. Heilung von Trauma geschieht durch die schrittweise Entladung der immensen Überlebensenergie, die noch in der Immobilitätsreaktion gebunden ist.

Im Somatic Experience «verhandeln» wir das Trauma neu. Dazu ist es nicht nötig, das traumatische Geschehen nochmals kathartisch zu durchleben. Es ist sogar möglich, ohne Inhalt oder Erinnerung daran zu arbeiten. Dies kann sinnvoll sein, vor allem, wenn das Ereignis emotional noch zu belastend ist.

Wesentliche Elemente im Heilungsprozess sind: Erdung, Zentrierung, Ressourcenbildung und das Nachspüren («Tracking») der Körperempfindungen, Gefühle, Verhaltensweisen, Gedanken, Bilder und Bewegungen. Zunächst werden mit dem Klienten jene Ressourcen entwickelt, die während der ursprünglichen Situation fehlten oder zu schwach waren. Auf dieser gestärkten Basis erfolgt dann die Annäherung an das traumatische Ereignis. Im «Pendeln» zwischen den Ressourcen und der überwältigenden Erfahrung wird die «eingefrorene» Überlebensenergie «aufgetaut». Ein Schlüssel dabei ist die so genannte «Titration»: Die Veränderung soll bewusst in kleinen Schritten erfolgen, damit das System diese auch wirklich integrieren kann. Die unvollständige Überlebensreaktion kommt dadurch zum natürlichen Abschluss und somit auch die Trauma-Symptomatik.

Die Verarbeitung von überwältigenden Erlebnissen, Schocktraumata wie Verkehrsunfällen, Stürzen, Operationen, schweren Krankheiten, von Missbrauch, Gewalt und Bedrohung, Verlust eines nahen Menschen, Naturkatastrophen, Krieg, u.a.m. erfordert bei nachfolgenden Hilfestellungen oder therapeutischen Maßnahmen eine besondere Sichtweise. Somatic Experiencing bietet die Möglichkeit, mit solchen Erfahrungen besonders behutsam, dennoch in der Tiefe erfolgreich zu arbeiten.

Die meisten Therapiemethoden berücksichtigen in der Regel nicht in ausreichender Weise die während eines bedrohlichen Ereignisses ablaufenden Reaktionen in Körper und Nervensystem. Anders das von Peter Levine entwickelte Modell zur Überwindung und Integration traumatischer Ereignisse. Es beruht auf Verhaltensbeobachtungen in der Tierwelt. Der zugrunde liegende biologische Mechanismus geht auf das Jäger-Beute-Verhalten zurück, einen ursprünglichen Reiz-Reaktions-Zyklus mit grundsätzlich drei Optionen: Flucht-, Angriff- und Totstell-Reflex.

Tiere in freier Wildbahn sind zwar häufig lebensbedrohlichen Gefahren ausgesetzt, werden jedoch nicht nachhaltig traumatisiert, da sie über angeborene Mechanismen verfügen, die es ihnen ermöglichen, die hohe, im Überlebenskampf mobilisierte Stress-Energie wieder abzubauen. Zwar sind wir Menschen mit grundlegend gleichen Regulationsmechanismen ausgestattet, doch wird die Funktionsfähigkeit dieser instinktgeleiteten Systeme häufig durch den „rationalen“ Teil unseres Gehirns gehemmt und außer Kraft gesetzt.

Dies kann bei uns Menschen dazu führen, dass die vom Körper im Alarmzustand bereit gestellte Überlebensenergie vom Nervensystem nur unvollständig oder verzögert aufgelöst wird. Der Organismus reagiert in der Folge weiterhin auf die Bedrohung der Vergangenheit. In diesem Falle sind die in der Gegenwart zu beobachtenden Reaktionsweisen, Verhaltensmuster, Überzeugungen, Gedanken und Gefühle der Person oft noch mit den erschreckenden Erfahrungen der Vergangenheit gekoppelt.

Für die Betroffenen entstehen oft verwirrende und auch beängstigende psychische und somatische Symptome. Diese zeigen sich, eventuell erst Jahre später, als Übererregbarkeit, Überaktivität, jähzornige Wutausbrüche, Ängste, Panik, Depressionen, Gefühle von Entfremdung, Konzentrationsstörungen, Dissoziation, Bindungsunfähigkeit, Schlafstörungen, Erschöpfung, chronische Schmerzen, Migräne, Nacken- und Rückenprobleme, Probleme mit dem Immunsystem oder dem Endokrinum, Burnout uvm.

Trauma entsteht, wenn bei Überreizung des Nervensystems der ursprünglich natürliche Zyklus von Orientierung, Flucht, Kampf und Immobilitäts-Reaktion nicht vollständig durchlaufen werden kann oder gar nicht erst zustande kommt.
Bei der Aufarbeitung der Folgen von Schock und Trauma muss deshalb die körperliche Reaktion auf das verursachende Ereignis als eigenes Phänomen verstanden und berücksichtigt werden.
Gelingt es dem Menschen die biologischen Prozesse schrittweise und langsam zu vervollständigen, so kann die Person wieder Zugang finden zu ihren angeborenen, lebenswichtigen Reaktionsmöglichkeiten wie Orientierung, Flucht, Kampf, Verteidigung, und so ihre volle Lebensenergie zurückgewinnen, die zum Zeitpunkt der Überwältigung nicht zur Verfügung stand, bzw. eingefroren ist.

„Ein Trauma ist im Nervensystem gebunden. Es ist somit eine biologisch unvollständige Antwort des Körpers auf eine als lebensbedrohlich erfahrene Situation. Das Nervensystem hat dadurch seine volle Flexibilität verloren. Wir müssen ihm deshalb helfen, wieder zu seiner ganzen Spannbreite und Kraft zurückzufinden“.

( Peter Levine )

Mit SE wird das traumatische Ereignis körperlich und geistig „neuverhandelt“. Dabei ist nicht das Ereignis selbst entscheidend, sondern die Reaktionsweise des Nervensystems, d.h. wie die physiologischen Regulationskräfte des Nervensystems mit der Bedrohung fertig geworden sind. Mit SE ist es möglich, ohne Inhalt oder Erinnerung zu arbeiten, wenn das Ereignis emotional zu belastend erscheint. Eine mögliche Re-Traumatisierung bei der Aufarbeitung wird vermieden, indem die „eingefrorene“ Energie in kleinen Dosen „aufgetaut“ wird und schrittweise zur Entladung kommt. Durch das Aufspüren und Wiederbeleben dieser biologischen, körperlichen Abwehrkräfte, entsteht aus dem traumabedingten Gefühl von Lähmung und Erstarrung ein Gefühl von Lebendigkeit und eine Eröffnung von neuen Möglichkeiten und Lebensfreude. Die tief verankerten Nachwirkungen von Trauma können sich schonend auflösen.

Literaturempfehlungen:

1. Barbara Tranbert- „ Warum immer ich?, der Abschied vom Opferdasein
2. Peter A. Levine- „ Vom Trauma befreien“
3. Peter A. Levine- „ Trauma- Heilung“
4. Peter A. Levine- „ Verwundete Kinderseelen heilen“
5.Babette Rothschild- „ Der Körper erinnert sich“
6. Robin Norwood- „ Wenn Frauen zu sehr lieben“
7. Peggy Claude- Pierre- „ Der Weg zurück ins Leben“
8. Luise Reddemann- „ Eine Reise von 1000 Meilen beginnt mit dem 1. Schritt“
9.Annegret Eckhardt- „ Im Krieg mit dem Körper“
10.Jerold J. Kreisman u. Hal Straus- „ Ich hasse Dich, verlass mich nicht“
11.Anngwyn St. Just- „ Soziales Trauma“
12. Ursel Maurer/ Edith Stephens- „ Halt mich ganz fest, damit ich Deine Liebe spür“